Gesundheitssystem & Reformierbarkeit

Die Überlastung unserer Gesundheitssysteme wird seit Jahrzehnten diskutiert – wenige Anbieter für überteuerte Geräte und teilweise auch Medizin (Oligopolstrukturen), zu wenig Personal mit „Pflege am Limit“ in Krankenhäusern und Altenheimen, zu wenige Ärzte und daher zu viele Überstunden und Nachtdienste, Krankenhauskeime, die für häufige Todesfälle sorgen statt der Patientengesundung. Gleichzeitig steigen die Krankenkassenbeiträge nicht nur für Patienten, sondern auch die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber und -nehmer. Hier ein Spiegel-Ex-Chefarzt-Interview für tiefergehende Einblicke.

Wir fragen nach:

  • Warum wird von Seiten der Krankenkassen und Politik nicht mehr getan bzw. effizienter gehandelt, um hier einen tiefgreifenden Kurswechsel einzuleiten, den Krankenstand zu verringern, die Patientengesundheit zu verbessern und Kosten durch Wettbewerb zu senken? Durch freien Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche sind die Telefonkosten um mehr als 90% gefallen mit vormals unbekanntem Überall-Erreichbarsein- Angebot. Sind ähnliche Verbesserungen im Gesundheitssektor nicht möglich, und gibt es strukturelle Hindernisse?
    • Gibt es strukturelle Faktoren, Abhängigkeiten hinter verschlossenen Türen zwischen Pharmaindustrie, Krankenkassen, Politik und Ärzten, die einer umfassende Verbesserung unseres Gesundheitssystems im Wege stehen? Was sagen Lobbyexperten und was für Lösungsvorschläge haben sie= Gibt es positive Beispiele in anderen Ländern?
  • Bewegung führt zu mehr Gesundheit, weniger Gebrechen und Kosten für Krankenkassen – wie kann man  eine Bewegungskultur aufbauen, beispielsweise Angebote machen, älter werdende Menschen und Senioren aus ihrer Isolation zum täglichen gemeinsamen Training zu bewegen, etwa wie in China auch auf öffentlichen Plätzen oder in Turnhallen, wo der Gemeinschaftssinn gestärkt und neue soziale Kontakte geknüpft werden?
  • Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention und allgemeiner Gesundheit, warum wird nicht mehr als „Ampelaufkleber“ und wohlgemeinte Tipps getan, um die schädliche Wirkung von Zucker und einfacher Kohlenhydrate zu reduzieren? Etwa durch ein Belohnungssystem durch Beitragssenkung bei guten Blutwerten und für Nichtraucher?
Advertisements